Wenn Liebe erstarrt: Über die Wurzeln von Hass

Erwachen kann man auch im Stehen

Ein Gefühl, das wir lieber vermeiden

Mich beschäftigt das Thema der Entstehung von Hass schon länger. In unserer Welt zeigt sich Hass sehr deutlich in unterschiedlichen Schattierungen – und die Liebe scheinbar viel weniger.

Da ich hasserfüllte Gefühle selbst in mir erfahren habe, auch als eine Art Wesenheit, als „Schattenfamilienmitglied“ sozusagen, ist dieses Thema für mich schon lange wichtig und relevant.

Und ich erlebe diesen Aspekt auch immer wieder in meiner Praxis bei den Menschen, die zu mir kommen. Ich bin jedes mal sehr erleichtert, wenn wir Kontakt zu diesen sehr destruktiven Anteilen bekommen und ihnen einen Raum geben, und gestatten sie erst einmal wahrzunehmen.

Denn diese Anteile sind ja nicht ohne Grund da.

Wenn wir von dem Grundsatz ausgehen, dass alles Schwingung ist, ist Hass eine Schwingung die sehr niedrig schwingt – aber sie schwingt.

Für mich ist auch klar, dass Hass nicht zuerst da ist, und das bestätigt sich auch in den Erfahrungen meiner Klientinnen und Klienten.

Wenn ein kleines Kind immer wieder mit seinem grundlegenden Bedürfnis nach Liebe – aber auch mit seinem eigenen „Liebesimpuls“ – nach seiner Mutter oder seinem Vater „ausgreift“, und dann aber von Ihnen zurückgewiesen und verhöhnt wird: Was passiert dann mit diesen Liebesgefühlen, die abgewehrt werden. Sehr häufig auch verbunden mit einer tiefen Beschämung?

Diese Liebesgefühle werden dann wie eingefroren. Die hohe Schwingung wird niedrig und kalt, erstarrt und wird schließlich abgespalten. In der Regel bleibt sie tief in uns verschlossen, so dass wir den tief verletzten Anteil nicht mehr spüren müssen. Das gilt jedoch auch für den Anteil, der den Schatten repräsentiert – den Hass. Auch dieser wird verdrängt. Er zeigt sich dann in destruktiven Verhaltensweisen oder wird von uns nach Außen projiziert.

Die Rolle von Internet und KI als Verstärker

Dieser Schatten wird in unserer aktuellen Zeit sehr sichtbar und wirkt verstörend auf uns alle.

Wie kann so viel Hass da sein. So viel Zerstörung – scheinbar wird es immer mehr.

Und das Internet, verstärkt durch den Faktor KI, lässt dieses Bewegung nochmal exponentiell ansteigen.

Hinter Pseudonymen im Netz kann nun jeder scheinbar ungefährdet gegen andere schießen, seine Exfreundin in Deep Fake Pornos einbauen und virtuelle Gewalt ausüben. Es ist ja nicht „real“, und wird momentan auch nicht wirklich juristisch verfolgt,- in Deutschland zumindest. Es fehlt noch die rechtliche Grundlage.

KI wird häufig in Zusammenhang gebracht mit der die Büchse der Pandora. In der alten mythologischen Geschichte wird sie aus Neugier von einer Frau geöffnet. Diesmal würde man das Öffnen eher den Männern zuschreiben. Wir sehen ja auch vor allem die virtuelle Gewalt gegen Frauen und Kinder. Aber es kann nur sichtbar werden, was schon vorhanden ist. In der Büchse blieb aber auch Hoffnung zurück, das wird oft nicht ergänzt.

Das Internet und KI wirken in diesem Sinne wie ein Beschleuniger, der die verdrängten und abgespaltenen Anteile von uns allen an die Oberfläche bringt. Und es schaut uns tatsächlich eine sehr hässliche Fratze an. Der erste Schritt für mich, wäre zu fragen: Was hat das alles mit mir zu tun?

Wenn wir dann tiefer und mit etwas Abstand darauf schauen, könnten wir es auch als eine Unterstützung sehen, im Prozess des kollektiven Erwachens der Menschheit.

Wir leben in einem Massenbewusstseinsraum, der Einfluss auf uns alle hat. Gleichzeitig hat aber auch jeder von uns Einfluss auf diesen Raum. Jeder Gedanke und jedes Gefühl von uns, fließt ein in dieses Feld. Jeder von uns ist mit verantwortlich für diesen Raum, der erzeugt wird. Gehen wir in Gefühle von Angst oder Hass, verstärken wir das Feld der destruktiven, „abgespaltenen“ Gefühle. Gehen wir in Gefühle von Freude, Liebe und Verbundenheit, verstärken wir den Raum im Massenbewusstsein der „angebundenen “ Gefühle. Wir haben die Wahl.

Für mein Empfinden, ist nichts an „Abgründigen“ dazugekommen, vielmehr kann es sich jetzt nur demaskierter zeigen.

In Hass gegen Frauen, gegen Kinder, in Krieg gegen Länder, in Krieg gegen unsere Erde, gegen unsere Körper.

Aber auch Frauen empfinden Hass, und ich glaube, es ist wichtig, weiter herauszuzoomen und uns des Anteils, den wir alle in uns tragen, bewusst zu werden. Er ist oft maskiert als Destruktivität und zeigt sich ungern offen.

Der Ursprung des Hasses kommt aus einer Erfahrung der Ablehnung und Abgetrenntheit, die sagt, dass wir scheinbar alleine sind, ungeliebt, und uns durch eine feindliche Welt kämpfen müssen. Wenn wir dieses Gefühl nicht abwehren, sondern behutsam betrachten und anerkennen, als etwas was zwangsläufig entstehen musste, gewinnen wir mehr Spielraum und Verständnis – für uns und für andere.

Wege in die Heilung und Tranformation

Also was können wir tun?

Ich glaube, dass sich etwas transformieren möchte, aber zuerst muss das Verdrängte gesehen werden, damit wir es auflösen können. So gesehen ist das Internet und KI eine große Chance.

In der therapeutischen Arbeit erlebe ich es immer wieder: Wenn wir es uns erlauben diese Gefühle und Anteile von uns zu spüren, sie da zu lassen und zu würdigen, dann lösen sie sich auf.

Dahinter steckt eine tiefe Verletzung, aber in der Tiefe war immer zuerst die Liebe da.

Der Schlüssel liegt also weniger im „Tun“, sondern im spüren, im still sein, bezeugen und würdigen. Dies hat die allergrößte Transformationskraft, und ja, es bedarf des Mutes der Hingabe. Aber so beginnen wir unsere Räume zu halten und zu durchlichten.

Es geht auch darum, uns als Gemeinschaft wahrzunehmen, die gemeinsam etwas prozessieren und transformieren möchte, auch wenn vieles noch unbewusst abläuft.

Und für mich geht es auch darum, sich nicht „raus“ zunehmen im Sinne von, „die Anderen sind Schuld, die anderen sind die Bösen“, sondern auch den Schatten in sich zu erkennen und anzunehmen.

Bei einer „Reise“ mit bewusstseinserweiternden Substanzen in einem geschützten Rahmen erlebte ich den gemeinsamen kollektiven Raum sehr eindringlich. Ich war in diesem Moment in einem Zustand von Hingabe und Liebe und nahm plötzlich wahr, dass ich mit den anderen Teilnehmern durch Kanäle verbunden war. Der Mann, der neben mir lag, durchlief einen schweren Prozess, und ich sah braune und schmutzige Energie zu mir hinüberfließen. Ich wollte meinen schönen „sauberen“ Raum bewahren und versuchte diese Energie wezughalten, dann wurde mir aber bewusst, dass es so nicht funktioniert, dass ich mich nicht aus dem Feld abtrennen kann. Diese Erfahrung war für mich sehr wichtig, da ich das kollektive Feld auf die Weise tief erfahren durfte.

Ich bin davon überzeugt, dass ich viele Inkarnationen auf der Erde hatte. Und ich weiß, dass es sowohl Opfer, als auch Täter Inkarnationen waren. Für mich ist klar, dass auch ich das Trauma Feld miterzeugt habe. Und ich verurteile mich nicht dafür, sondern erkenne darin einfach meine Verantwortung. Und sobald ich mich von der Schuld freispreche und in die Verantwortung gehe, bin ich frei, lasse Energien fließen, und gehe in die Liebe.

Aber unabhängig davon, ob man an Inkarnationen glaubt oder nicht, tragen wir Menschen ein kollektives Traumafeld, das über viele Generationen entstanden ist. Wir räumen also gemeinsam auf, es geht nur gemeinsam. So kann Licht auf die Themen fallen, und Heilung passiert.

Die Kraft von Liebe auf der Bühne

Ich erinnere mich immer wieder gerne an eine Erfahrung aus einem Theaterworkshop, in dem wir Emotionen und Gefühle auf der Bühne verkörpern sollten.

Ich habe mich als Rolle des „Hasses“ hingesetzt. Und ich gestehe: Es hatte wirklich seinen Reiz, in dieses Gefühl zu gehen und ihm über den Körper Ausdruck zu verleihen.

Doch nach einiger Zeit entstand in meinem Körper ein ganz ungeplanter, starker Impuls von lebendigen, fließenden Energien. Der Hass schmolz dahin und verwandelte sich für mich ganz ungewollt in Liebe, Hingabe und Freude. Es war mir unmöglich in der Rolle zu bleiben und wieder zurück in den alten „State“ zu gehen.

Dieser Prozess war für alle Zuschauer spürbar – und gleichzeitig erlösend.

Auf diese Art wurde mir das klare Wissen vermittelt, dass fließende Energien ungleich stärker sind als erstarrte, niedrig schwingende. Und das frei fließende Energie, ein Ausdruck von Liebe ist.

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